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Kiefernprozessionsspinner

 

Teil 1 - Information


Über den Kiefernprozessionsspinner – sein Auftreten in Euronat und seine Bekämpfung - wurde fast jedes Jahr berichtet. Daher wollen wir hier nicht alles wiederholen, sondern der Frage nachgehen: wie erfolgreich ist eine Bekämpfung.


 
Ausbreitung:

Der Kiefernprozessionsspinner hat sich in den vergangenen Jahren vom Mittelmeerraum immer weiter nach Norden bis in die Niederlande ausgebreitet. Dabei hat der Klimawandel und die in Monokultur angelegten Kiefernwälder seine Ausbreitung unterstützt. Aber auch kleinere Kiefernwälder sind auf dem Vormarsch des Kiefernprozessionsspinners nicht verschont geblieben. Er gilt mittlerweile als der größte Waldzerstörer Europas.

 
Wie breiten sich die Kiefernprozessionsspinner aus?
Die Vermehrung läuft in mehreren Phasen ab:
Als Raupe können sie nur in Kolonien von über 100 Stück auf Pinien überleben. Dabei wird ihr Gespinst – ihr Nest – entsprechend dem Wachstum der Raupen angepasst. Das Nest, welches aus 2 ineinander verwobenen Gespinsten besteht, schützt die Raupen in der Winterzeit vor Kälte. Ihre Ernährung besteht aus Piniennadeln, was man unschwer an den um ein Nest herum kahlgefressenen Bäumen erkennen kann. So reichen z.B. 4 Kolonien (4 Nester) aus, um einen kompletten Pinienbaum kahl zu fressen – der Baum stirbt ab. Die Raupen sind nachtaktiv und damit entkommen sie weitestgehend ihren natürlichen Feinden.
Zur Vermehrung müssen die Raupen von den Bäumen in die Erde. Sie verpuppen sich und verwandeln sich in Falter.
Als Falter oder Schmetterlinge fliegen sie über weite Strecken, wobei die Männchen zwischen 10 und 15 km und die Weibchen zwischen 2 und 4 km zurücklegen können. Die Weibchen sind für die Männchen an einem abgesonderten Duftstoff zu erkennen. Nach der Paarung, bei der das Weibchen bis zu 200 Eier auf einer Piniennadel ablegt, sterben beide. Die Eier entwickeln sich im Winter zu Raupen.
 
Natürliche Feinde:

Natürliche Feinde der Raupen sind der Wiedehopf und der Kuckuck. Leider sind diese Vögel nicht mehr so zahlreich, dass sie das Gleichgewicht der Natur aufrechterhalten können. Und auch anhaltende Frostperioden, bei denen die Raupen erfrieren könnten, sind selten geworden.

 
Bekämpfung - warum und wie?

Aus Sicht der Forstwirtschaft ist der Pinienprozessionsspinner ein Schädling, der die Bäume kahl frisst und somit mit für ein Waldsterben verantwortlich ist.

Aus menschlicher Sicht sind die Brennhaare gefährlich. Jede Prozessionsspinner Raupe hat ca. 600 000 Brennhaare, die sie gegen Feinde schützen soll. Diese brechen sowohl im Nest als auch auf ihrem Weg in ein zur Verpuppung geeignetes Erdloch ab und – natürlich – werden sie zur Feindabwehr abgestoßen. Diese Brennhaare werden auch vom Wind verweht und behalten ihre Wirkung über mehrere Jahre. Beim Kontakt mit den Brennhaaren reagiert die Haut mit starkem Juckreiz, Rötungen, Schwellungen, Entzündungen bis hin zu allergischen Reaktionen.
 
Daraus folgt:
Bekämpfung des Pinienprozessionsspinners einschließlich seiner Ausbreitung

Als
Bekämpfungsmaßnahme
hat sich das Besprühen der Pinienwälder im Herbst mit einem für Menschen und andere Tiere ungefährlichen biologischen Insektizid etabliert. Die kostengünstigste Besprühung aus der Luft kann aber nur über Flächen ohne Bebauung eingesetzt werden. Die Wirksamkeit der Besprühung von unten in bebauten und bewohnten Gebieten hat ihre Grenzen in der Reichweite (nur entlang von Straßen). Eine Einzelbekämpfung der befallenen Bäume ist kosten- und arbeitsaufwändig und wird wenn, dann gezielt eingesetzt.
Auf Grund der verschieden Entwicklungsstadien ist
die Bekämpfung der Pinienprozessionsspinner eine Langzeit Aufgabe
.
 
 

Teil 2 Erkennen und Bekämpfen der Ausbreitung der Pinienprozessionsspinner


Im Herbst entwickeln sich die von den Schmetterlingen auf Pinien abgelegten Eier zu Raupen und diese bauen ein Nest um das ganze Gelege. Dieses weiße Gespinst ist gut zu erkennen. Im Winter ernähren sich die Raupen von den Piniennadeln – Kahlfraß der Bäume – ebenfalls gut zu erkennen. Je nach Witterung verlassen die Raupen in einer langen Prozession die Bäume um sich in den Boden zu vergraben. Dies ist der Zeitpunkt, um sie in geeigneten um die befallenen Bäume angebrachten Fallen aufzufangen und abzutöten.


Beim Aufsammeln und Abtöten der auf dem Boden entlang kriechenden Raupen ist äußerste Vorsicht geboten. Denn merken die Raupen dieses, stoßen sie sofort Brennhaare ab – die Wirkung auf den Menschen: sh. Beitrag
Kiefernprozessionsspinner – Wirkung auf den Menschen

 
Maßnahmen:

-
Im Herbst und Winter
erkennen welche Bäume solche weißen Gespinste (Nester) aufweisen,

- Bäume kennzeichnen und mit einem Auffangsack versehen
- Auffangsack kontrollieren und Raupen vernichten
- Auffangsack reinigen  wenn möglich wieder verwenden
 
- Im
Juni bis Aug
. Duftfallen aufhängen
- Wirkung der Duftfalle: Umkreis ca. 25 m oder 3 Bäume
 
In welcher Zuständigkeit liegt die Bekämpfung?

Für eine Bekämpfung setzt sich der französische Staat ein. Euronat ist unter anderem verpflichtet hier mit geeigneten Maßnahmen mitzuhelfen der Ausbreitung des Pinienprozessionsspinners entgegen zu wirken.

- Euronat setzt die für Menschen ungefährliche Methode der biologischen Bekämpfung ein - ausgesprüht von
 einem Fahrzeug.
- Die Wirksamkeit ist nur im Bereich der Straßen gegeben
- Viele der Kiefern, die auch auf Grundstücken der NRI stehen, werden bei dieser Maßnahme nicht erreicht,
 deshalb sollte die private Initiative zur Bekämpfung in aller Interesse sein
 
Was kann jeder Einzelne von uns tun?

Aus derzeitiger Sicht erscheint die Anbringung von Auffangbehältern an allen mit Nestern befallenen Bäumen die wirkungsvollste Methode zu sein.

- Nester erkennen (ab ca. Oktober bis Dezember)
- Befallene Bäume mit einem Auffangbehälter versehen (Oktober bis Dezember)
- Auffangbehälter kontrollieren (ab Januar), leeren und Raupen verbrennen
 
Bestellmöglichkeiten Beispiele:
Auffangbehältnisse
Duftfallen
Bilder
Nester in einer Kiefer
von Kiefernprozessionsspinnern kahlgefressene Kiefer
Kiefernprozessionsspinner auf dem Weg sich einzugraben
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